Überholen

Für Radfahrer gelten die allgemeinen Regeln für das Überholen. Sie müssen auch untereinander immer links überholen. In unklaren Verkehrssituationen ist das Überholen nicht zulässig. Wenn z.B. ein Radfahrer auf schlechter Straße von rechts nach links fährt, darf er nicht überholt werden, da eine unklare Verkehrslage vorliegt.  

Überholt ein Radfahrer einen anderen Radfahrer, sind die Bestimmungen zum Überholen durch Kraftfahrzeuge nicht anzuwenden. Radfahrer müssen sich untereinander nicht mit einem Sicherheitsabstand von 1,5 m bis 2 m überholen, sodass z.B. auch auf einem 1,7 m breiten Radweg überholt werden darf, zumindest, wenn dies durch Warnzeichen angekündigt worden ist (OLG Frankfurt, Urteil vom 29.11.1989 - 17 U 129/88).

Beim Ausscheren, um zu überholen, hat man sich so zu verhalten, dass die übrigen Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden. Dabei ist auch stets der Überholende zu beobachten und dessen Fahrweise zu beachten.

Die Vorschrift (§ 5 Abs. 6 Satz 2 StVO), wonach langsamere Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit an geeigneter Stelle mäßigen, notfalls sogar warten müssen, gilt nicht nur für Lkw, sondern auch für Radfahrer. Hier müssen zumindest 3 Fahrzeuge aufgeschlossen haben. Eine Pflicht zum Anhalten besteht aber nur dort, wo eine geeignete Stelle vorhanden ist, an der keine Gefährdung eintritt.