Psychomotorik und Radfahren

© Monika Torloxten / pixelio.de

Der Zusammenhang zwischen motorischer und kognitiver Entwicklung im Kindesalter wird mittlerweile durch viele Studien wissenschaftlich gestützt. Unbestritten ist, dass sich regelmäßige motorische Beanspruchung positiv sowohl auf das kognitive und motorische Lernen als auch auf Sozialverhalten, Sprachentwicklung und Emotionalität auswirkt.

Analog zu den existierenden, nicht radbezogenen Untersuchungen kann auch durch das Radfahren von einem psychomotorischen Transfereffekt ausgegangen werden:

Das Radfahren und vor allem das Erlernen des Radfahrens setzen in der kindlichen Entwicklung erhebliche motorische Reize, die das Erlernen sehr komplexer Fortbewegungsformen unterstützen.

Bewegungsmangel

Bewegung ist das A und O der kindlichen Entwicklung: Durch Bewegung bauen Kinder ihre Persönlichkeit auf, lernen sich und ihren Körper kennen, sammeln Wissen und erfahren ihre Umwelt. Doch die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen ist in Deutschland in den letzten 25 Jahren um etwa zehn Prozent zurückgegangen; nicht zuletzt durch Computer, Handy und deren virtuelle Erlebnismöglichkeiten hat sich der tägliche Bewegungsumfang reduziert. Das hat zum Teil dramatische Konsequenzen: Der Bewegungsmangel und die dadurch fehlenden positiven Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung und auf das Lernverhalten beeinflussen nachhaltig die kognitive, psychische und soziale Entwicklung von Kindern.

Lebenslanges Radfahren

Da auch im späteren Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter positive Auswirkungen von körperlicher Aktivität auf die Gehirnfunktion nachgewiesen sind, kann durch eine frühe und spaßbetonte Gewöhnung an das Radfahren der Grundstein zu lebenslanger Mobilität oder zu lebenslangem sportlichen Radfahren gelegt werden. Mangelnde Bewegung während der Schulzeit – beispielsweise durch ausfallenden Sportunterricht – kann durch den täglichen Einsatz des Rades als Fortbewegungsmittel ausgeglichen werden.

Argumente für das Radfahren zur Schule

  • Durch Radfahren wird die Hirndurchblutung gesteigert.
  • Die Aufnahmefähigkeit in den ersten beiden Stunden ist erhöht.
  • Die Hirnplastizität (= bessere Verschaltung der Neurone) nimmt mittelfristig zu.
  • Aggressionen werden durch Bewegung abgebaut.
  • Die Schüler erreichen ihr Zuhause in einem ausgeglicheneren Zustand und können auf der Fahrt psychisch „runterfahren“.

RADschlag-Empfehlungen zu diesem Thema mit Bewertungsfunktion:

28.08.09

Training für Körper und Geist (Kubesch)

Bewegung beeinflusst die Hirnentwicklung von Kindern und Jugendlichen und trägt zu deren kognitiver Entwicklung bei.

Hier geht es zum Artikel (pdf, 499,84 kb).

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