Mountainbike

© Scott

Die Vorläufer der heutigen Mountainbikes machten in den siebziger Jahren in der Nähe von San Francisco die staubigen Bergstraßen unsicher. Niemand konnte sich damals vorstellen, wie überwältigend der Siegeszug des Mountainbikes sein würde. Heute hat das „Bergrad“ in verschiedenen Varianten den Weltmarkt erobert und eine große Zahl von Sportlern und Hobbyradlern erleben abseits vom Asphalt Fahrspaß und Naturgenuss – wenn man dabei Rücksicht auf Wald und Flur nimmt.
Mountainbikes sind mit ihren 26-Zoll-Rädern und dicken Stollenreifen für das Fahren abseits asphaltierter Wege konzipiert, machen aber auch auf der Straße keine schlechte Figur. Der Einsatzbereich ist sportlich orientiert, denn Mountainbikes eignen sich aufgrund ihrer spartanischen Ausstattung nur begrenzt für die Einkaufstour in der Stadt, sehr wohl aber für sportliches Radtraining.

Schaltungen und Bremsen

Bei den Schaltungen von Mountainbikes sind 21 bis 27 Gänge Standard. Sie erlauben auch das Erklimmen von sehr steilen Anstiegen. Der amerikanische Hersteller SRAM stellte auf den Herbstmessen 2009 erstmalig eine MTB-Schaltung mit 30 Gängen vor. Kinder und Jugendliche können dank der sehr leichten Berggänge längere Steigungen meistern. Bei den Mountainbikes gibt es die größte Vielfalt an Komponentengruppen. Hersteller wie Shimano oder SRAM bieten von High-End- bis Baumarkt-MTB das komplette Qualitäts- und Preisspektrum an. Das Mittelfeld der günstigen Räder ist mit 18 oder 21 Gängen ausgestattet, 24 oder 27 Gänge sind der Mittel- bzw. Oberklasse vorbehalten. V-Brakes (Felgenbremsen) haben sich am MTB durchgesetzt und bekommen in der Mittel-und Oberklasse allmählich Konkurrenz von sehr guten Scheibenbremsen. Von Scheibenbremsen an billigen Rädern sollte man besser die Finger lassen. Ebenfalls sehr gut sind hydraulische Felgenbremsen. Hilfestellung beim Abwägen der richtigen Kaufentscheidung bieten Fachzeitschriften (Bike Sport News, Bike und Mountainbike).

Komfort

Komfort steht bei Mountainbikes, bei denen nur die Vorderradgabel gefedert ist (Hardtail), nicht an erster Stelle. Für Kinder und Jugendliche ist er aber in aller Regel ausreichend. „Fullys“ (Räder mit Hinterradfederung) bieten zwar mehr Fahrkomfort, sind aber entsprechend teurer und aufwendiger zu warten. Die Sitzposition reicht bei Mountainbikes von sehr sportlich (Sattel deutlich höher als Lenker) über moderat bis bequem – dank neuer Rahmengeometrien. Gerade bei den Fullys finden sich Räder mit kurzem Rahmen und somit entspannter Position. Für Kinder und Jugendliche empfiehlt sich eine entspannte und aufrechte Position, die zum einen für mehr Fahrsicherheit sorgt und zum anderen bessere fahrtechnische Lernfortschritte und Leistungen ermöglicht.
Wenn sich ein Kind trotz Ausschöpfung aller Einstellmöglichkeiten beim Probieren eines Rades nicht wohlfühlt (zu gestreckt etc.), sollte man besser vom Kauf absehen. Denn im Gelände verstärkt sich dieses Gefühl nur noch. Orthopädische Fehlbelastungen können die Folge sein. Mit den serienmäßigen sportlichen und harten Sätteln haben Kinder und Jugendliche nur selten Probleme.

Mountainbike in Kürze

  • Einsatzbereich: sportliche Touren, Training, ideal fürs Gebirge und bergige Regionen, abseits von Straßen, für die Stadt nur mäßig geeignet
  • Merkmale: sportliche Sitzposition, schmaler, harter Sattel, breite Reifen, 21-27 Gänge, gerader Lenker, z. T. mit Hörnchen, keine Schutzbleche (nur bei All-Terrainbikes, ATB), keine Beleuchtungsanlage, Federgabel, ggf. Vollfederung oder Federsattelstütze, 26-Zoll-Räder, dicke Stollenreifen
  • Gewicht: relevantes Merkmal (9,5-19 kg)