Luftdruck

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage nach dem richtigen Luftdruck gibt es nicht. Es gibt eine Vielzahl von Aspekten, die bei einer Luftdruckempfehlung zu beachten sind:

  1. Der wohl entscheidendste Faktor ist die Gewichtsbelastung. Beeinflusst wird diese in erster Linie durch das Fahrergewicht sowie das mitgeführte Gepäck. Das Gewicht des Fahrrades spielt meist eine untergeordnete Rolle.
  2. Individuelle Vorlieben nehmen ebenfalls Einfluss auf die Wahl des richtigen Luftdrucks. Geringer Rollwiderstand oder hoher Fahrkomfort lautet hier das Gegensatzpaar.
  3. Auch der Reifendurchmesser ist zu beachten. Je kleiner er ist, desto größer ist die punktuelle Druckbelastung auf den Reifen, da beim Abrollvorgang die gleiche Kraft auf eine kleinere Kontaktfläche trifft.
  4. Witterungsverhältnisse erfordern ebenfalls eine Anpassung des Luftdrucks.
  5. Nicht zuletzt sollte der zulässige Druckbereich auf der Reifenflanke eingehalten werden. 

Lufttipps

  1. Je schwerer das Gesamtsystem Fahrer – Fahrrad – Gepäck, desto höher sollte der Luftdruck sein.
  2. Je höher der Luftdruck gewählt wird, desto geringer ist der Rollwiderstand und damit auch der Reifenverschleiß. Aus einem verringerten Luftdruck hingegen resultiert ein höherer Federungskomfort.
  3. Je geringer der Luftdruck, desto höher ist die Haftung des Reifens. Aus diesem Grund bei nasser Straße Luftdruck absenken!
  4. Unzureichend aufgepumpte Reifen erleiden häufiger einen Platten als im ausreichend befüllten Zustand. Denn beim Abrollvorgang können sie den wechselnden Belastungen des Untergrunds keine entsprechende Kraft entgegensetzen. So kommt es insbesondere bei Schlaglöchern und Bordsteinkanten häufig zum sogenannten „snake bite“ (engl. für „Schlangenbiss“), einer Reifenpanne, bei der der Schlauch im Mantel gequetscht und damit beschädigt wird.
  5. Verminderung und insbesondere Steigerung des Luftdrucks ist in allen Fällen nicht beliebig durchführbar. Die Herstellerangaben zu Minimal- und Maximaldruck sollten als Grenzwerte nicht überschritten werden! Hier gilt folgende Faustregel: Je schmaler der Reifen ist, desto mehr Druck hält er aus.

Luftdruckeinheiten

Die internationale Basiseinheit des Drucks ist das Pascal (Pa). Ein Pascal entspricht dem Druck, den eine Kraft von einem Newton auf eine Fläche der Größe von einem Quadratmeter ausübt. Da dies ein sehr kleiner Druck ist, ist im Fahrradbereich die Einheit Bar (Abkürzung: bar) gebräuchlich. Ein Bar entspricht 100.000 Pa. Im englischsprachigen Raum gibt es eine weitere Einheit, das psi (pound per square inch). Diese Einheit findet sich teilweise auch noch auf den Reifenflanken. Ein psi entspricht ca. 6894,8 Pa und damit ungefähr 0,068948 Bar. 

Luftdruckprüfung

Selbst der beste und teuerste Fahrradschlauch verliert mit der Zeit Luft. Als Faustregel kann ein Druckverlust von 1 Bar pro Monat noch als normal angesehen werden. Deshalb sollte regelmäßig, mindestens einmal pro Monat, der Luftdruck der Reifen kontrolliert werden. Bei Hochdruckreifen sollte die Prüfung häufiger erfolgen, denn ein höherer Luftdruck bedeutet auch einen größeren Diffusionsverlust. 

Luftdruckempfehlungen

  • Rennrad: 7-9 bar
  • MTB: 2,5-5 bar
  • Trekking-/Cityrad: 3-5 bar
  • Kinderrad: 3-4 bar