Fahrradhelm

© A.Schmidt

Ein Helm kann natürlich keinen Schutz vor Unfällen bieten, aber er dämpft bei jedem Sturz auf den Kopf den Aufprall und verhindert oder vermindert die Schwere von Kopfverletzungen. Daher empfiehlt RADschlag Radangebote an Kitas, Schulen und im Verein nur mit Helm durchzuführen. Dies lässt sich erfahrungsgemäß problemlos realisieren. Werden Kinder bereits früh an das Tragen eines Helmes gewöhnt, wie dies heute üblich ist, wird das Radfahren mit Helm auch im Jugendlichenalter als selbstverständlich angesehen. 

Helmpflicht

In Deutschland besteht im Gegensatz zu einigen europäischen Ländern keine Helmpflicht. Während Spanien und Finnland auch für Erwachsene das Helmtragen einfordern, ist diese Pflicht in Schweden und Tschechien auf Kinder und Jugendliche beschränkt.

Im sportlichen Radbereich können die Unfallversicherungen dem Radfahrer eine Mitschuld zusprechen, wenn ein Rennrad- oder Mountainbikefahrer im Schadensfall keinen Helm getragen hat, und gegebenenfalls ihre Leistung entsprechend kürzen.

Die RADschlag-Checkliste Helm fasst die wichtigsten Informationen zusammen (siehe RADschlag-Empfehlungen am Ende der Seite).

 

Kaufberatung

Moderne Radhelme haben einen hohen Tragekomfort, man spürt sie kaum und sie sehen außerdem noch gut aus.

Beim Kauf eines Helms sollte man auf folgende Merkmale achten: Empfehlenswert sind Helme, deren Qualität durch die TÜV- und GS-Siegel bescheinigt ist. Der Helm sollte viele Belüftungsschlitze haben und die Belüftungslöcher im vorderen Bereich sind am besten mit einem Netzeinsatz verschlossen, damit Insekten nicht auf die Kopfhaut gelangen können. Gut einstellbare Riemen sorgen zudem für einen perfekten Sitz des Helms.

Wer einen Kopfumfang über 62 oder unter 50 Zentimetern hat, muss oft länger nach einem passenden Modell suchen. Frauen und Kinder benötigen kleine Helmschalen, die nicht voluminös auf dem Kopf „thronen“. Und ein schmal geschnittener Helm passt auch bei passendem Umfang nicht auf einen runden Kopf. Deshalb sollte beim Kauf großer Wert auf die richtige Helmgröße und Helmform geachtet werden. Ein guter Helm wird meistens in zwei Größen angeboten – nur wenige Topmodelle sind in drei oder mehr Größen lieferbar. Das liegt an den hohen Kosten für die Herstellung einer Metallform für das Ausschäumen der Helmschale, denn für jede Helmgröße braucht der Hersteller eine andere Form.

Radhelme gibt es mittlerweile in vielen tollen Designs und Farben, wobei eine helle, fröhliche Farbe im Verkehr besser auffällt, während gedeckte Farbtöne zwar schick sind, aber schnell von Autofahrern übersehen werden. Für eine bessere Sichtbarkeit in der Nacht und somit für eine höhere Sicherheit des Radfahrers sorgen zudem aufgeklebte oder eingearbeitete Reflexsticker.

Robust durch Inmolding

Sogenannte Inmolding-Helme, bei denen die Schale mit dem Helmmaterial verbunden ist, sind zwar etwas teurer als Helme, bei denen die Helmschale aufgeklebt ist. Sie sind im täglichen Gebrauch aber am robustesten und deshalb herkömmlichen Helmen vorzuziehen. 

Helme sollten nicht viel mehr als 300 Gramm wiegen – manche wiegen sogar unter 250 Gramm und sind dadurch kaum zu spüren.

Für den Winter gibt es dünne, aber dennoch warme Unterziehmützen, die sogar mit integrierten Ohrenwärmern ausgestattet sind. Die Pads im Inneren eines Helmes lassen sich normalerweise herausnehmen und behutsam waschen. Auch die Riemen sollten gelegentlich mit Wasser gesäubert werden. Man kann einen Helm auch unter der Dusche gründlich ausspülen und danach trocknen lassen.

Austausch nach Sturz

Generell sollte ein Helm – je nach Einsatzintensität – nach fünf bis sieben Jahren ausgetauscht werden. Unbedingt ausgetauscht werden muss ein Helm jedoch nach einem Sturz auf den Kopf, denn durch den Aufprall entstehen Mikrorisse in der Schale, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Aufgrund dieser Beschädigungen kann der Helm bei einem erneuten Sturz die Aufprallenergie nicht mehr durch die Schale absorbieren, sondern gibt sie direkt an den Kopf weiter.

Helm anpassen

Ein lose sitzender Helm büßt einen Großteil seiner Schutzfunktion ein. Deshalb müssen die Riemen des Helms genau eingestellt werden können und dürfen nicht locker sitzen, denn sonst rutscht der Helm bei einem Sturz sofort vom Kopf. Besonders der vordere Riemen muss flach am Kopf anliegen, damit der Helm nicht vom Kopf gezogen werden und der Riemen sich nicht verfangen kann. Der richtige Sitz des Helms wird am besten direkt am Kopf – entweder vor einem Spiegel oder mit einem Helfer – eingestellt.

RADschlag-Empfehlungen zu diesem Thema mit Bewertungsfunktion:

02.10.09

RADschlag-Checkliste Helm

Tipps zu Ausstattungsmerkmalen und Anpassung des Fahrradhelms.

Hier geht es zur RADschlag-Checkliste (pdf, 91 kb).

Übermittlung Ihrer Stimme...
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
39 Stimme(n).
02.10.09

Ein Helm muss richtig sitzen (Verkehrswacht)

Viele Helme werden falsch getragen und können so nicht den vollen Schutz bieten. Der Artikel gibt eine Anleitung zum richtigen Einstellen und Tragen des Helms (mit Abbildungen!).

Hier geht es zum Artikel des Verkehrswacht Medien und Service-Centers (pdf, 195,40 kb).

Übermittlung Ihrer Stimme...
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
27 Stimme(n).
14.09.09

Fahrradhelme. Schutz für Groß und Klein (Stiftung Warentest)

Im Test: 25 Fahrradhelme sowie vier Kinderhelme.

Hier geht es zum kostenpflichtigen Download des Testberichts.

Übermittlung Ihrer Stimme...
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
19 Stimme(n).