Kinder auf Rollen unterwegs

Immer mehr Kinder erleben ihre Alltagswege nur noch aus der Windschutzscheiben­perspektive. Zur Kita, zur Schule oder zu den Freizeitaktivitäten geht es meist mit dem Auto. Vielen Eltern erscheint das Auto zudem als sicherstes Transportmittel. Dabei ist das Auto längst nicht so sicher, wie es scheint: Immerhin jedes dritte verunglückte Kind unter 15 Jahren saß in einem Auto. Bei den Kindern unter sechs Jahren verunglückt sogar über die Hälfte als Autoinsassen. Im Auto besteht aber nicht nur das Risiko, bei einem Unfall verletzt zu werden: Ebenso fällt die Tatsache ins Gewicht, dass Fahr- und Verkehrskompetenz von Kindern nur durch Übung erlangt wird und dass eine „Überbehütung“, die sich durch Autofahren ergeben kann, eigene Erfahrungen verhindert. Das Erleben und Beherrschen kleinerer Risiken kann im Leben vor größeren Unfällen schützen. Nur durch Übung wachsen sie zu sicheren und selbstständigen Verkehrsteilnehmern heran.

Selbstständigkeit, Bewegung und Freiheit

Mit Rädern, Rollen oder zu Fuß zurückgelegte Wege fördern zudem die gesunde Bewegung in Kindheit und Jugend. Sie beugen Übergewicht, Haltungsschäden und motorischen Defiziten vor und stärken die körperlichen Abwehrkräfte.

Indem Kinder Wege selbstständig zurücklegen, üben sie sich im verkehrssicheren Verhalten und lernen ihre Umgebung besser kennen. Sie knüpfen soziale Kontakte, können mit Freunden quatschen und das Gefühl genießen, eigenständig mobil zu sein. So stärken Kinder ihre Eigenverantwortung, ihre soziale Kompetenz und werden ganz nebenbei selbstständig – all das ist im Auto viel schwieriger.

Wenn Kinder ihre Kindergarten- oder Schulwege selbstständig mit Rad und Roller zurücklegen können, ergeben sich für die Eltern viele (neue) Freiräume, weil sie nicht mehr als Chauffeur im täglichen Bring- und Holdienst eingespannt sind.

Grundsätzlich gilt: Bewegung auf Alltagswegen ist eine Investition in die Zukunft der Kinder, denn bewegte Kinder lernen besser.

Ab wann allein unterwegs?

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage, ab wann Kinder im Verkehr selbstständig mobil (zu Fuß, mit Roller oder Rad) unterwegs sein können, ist kaum möglich. Dafür müssen der Entwicklungsstand des Kindes und die individuellen Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Eltern sollten ihre Kinder genau beobachten: Wie gut und sicher beherrschen sie ihre Fahrzeuge? Wie verhalten sie sich allgemein im Verkehr? Sind sie konzentriert? Ergänzend sollten sich die Eltern die lokalen Verkehrsverhältnisse und die Infrastruktur genau anschauen und dann entscheiden, ob sich ihre Kinder hier selbstständig und ohne Aufsicht bewegen können. Dabei ist es sicherlich hilfreich, wenn sich Eltern die entwicklungspsychologischen Hintergründe von Kindern ins Gedächtnis rufen und Erfahrungswerte zu Rollgeräte und Altersstufen in ihre Überlegungen einbeziehen.

Unbestritten gilt für den Anfang, dass Eltern die Wege planen und ihre Kinder am Anfang begleiten sollten – egal ob zum Bäcker nebenan oder auf dem Schulweg.

Empfehlenswert ist es, folgende Verhaltensregeln mit den Kindern zu vereinbaren:

  • Vor dem Überqueren einer Straße halte ich an, steige ab und warte auf meine Eltern.
  • Ich fahre nur auf dem Gehweg.
  • Ich achte auf Fußgänger und halte Abstand.

Gemeinsames Radeln von Eltern und Kind

Wenn Kinder und Erwachsene gemeinsam radeln, gilt grundsätzlich: Kinder bis zum Alter von acht Jahren müssen, Kinder im Alter bis zehn Jahre dürfen auf dem Gehweg fahren. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) dürfen Eltern ihre Kinder nicht mit dem Rad auf dem Gehweg begleiten. Sie müssen auf der Fahrbahn oder auf dem Radweg fahren. Gerade bei kleinen Kindern ist dies nicht immer ganz einfach. Zudem gibt es trotz StVO keine klare Rechtsprechung in dieser Frage (siehe RADschlag-Empfehlungen am Ende der Seite). So müssen Eltern aus ihrer Verantwortung und ihrem Gefühl heraus entscheiden.

RADschlag-Empfehlungen zu diesem Thema mit Bewertungsfunktion (Weitere Quellen finden sich in der Literaturdatenbank.):

08.10.09

Mobil mit Kind und Rad (ADFC)

Diese Broschüre liefert Eltern umfangreiche Informationen zur Fortbewegung ihres Kindes auf Rädern: Vom sinnvollen Fahrtraining über rechtliche Fragen bis hin zu Tipps für das richtige Rad.

Hier geht es zur Broschüre des ADFC (pdf, 2,37 mb).

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21.09.09

Gehweg oder Straße (Huhn, ADFC)

Wo fährt man, wenn man sein unter 8jähriges Kind mit dem Fahrrad begleitet. Entgegen der klaren Vorgabe in der StVo gibt die Rechtssprechung hier keine klare Anleitung.

Hier geht es zum Artikel (pdf, 356 kb).

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01.01.70

Die Mobilitätsfibel (VCD)

Wie sehen Kinder das Verkehrsgeschehen und welche Folgen hat dies für ihre Verkehrssicherheit. Praktische Tipps für die Mobilität mit Kindern. Zum Teil als Regionalausgabe mit lokalem Adress- und Infoteil.

Hier geht es zur Bestellung der kostenpflichtigen Broschüre.

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