Routenplanung und Unterkunft

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Während man die kleinen Kinder auf der Tour nicht überfordern sollte, lieben Schulkinder die Herausforderung und das Abenteuer auf der Tour. Vor allem für die nicht-radelnden Tourenmitglieder ist die Pausenplanung mindestens so bedeutend wie die Routenplanung.

Radtour vom Anhänger aus

Bei Touren mit kleinen Kindern stehen nicht die Strecke, sondern die Pausenmöglich-keiten im Vordergrund. So lange die Kinder im Anhänger sitzen, können die Erwachsenen die Strecke nach eigener Leistungsfähigkeit und Vorlieben zusammenstellen. Man sollte allerdings das Gewicht des Anhängers bei der Planung der Tagesetappen und auf hügeligen Strecken nicht unterschätzen. Kinder, die im Anhänger sitzen und nicht selbst strampeln, brauchen häufige Unterbrechungen und spannende Pausenplätze, an denen sie sich austoben können. Ausflugsrestaurants im Grünen mit großem Spielplatz, Abenteuerspielplätze, Pausenplätze am Fluss oder am Badesee, Schwimmbäder, Waldlichtungen oder einfach eine große Wiese mit viel Bewegungsmöglichkeiten sind optimal. Hat man auch noch einen Ball, einen Eimer und eine Schaufel dabei, reicht das aus, damit die Kinder Spass haben und eine Weile beschäftigt sind, bevor es weitergeht.
Bademöglichkeiten und Waldspielplätze sind auf den meisten Karten eingezeichnet. Wenn die Tour sowieso an einem Bach oder Fluss entlangführt, bietet sich automatisch immer wieder die Möglichkeit, am Wasser zu plantschen. 

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Nicht das Ziel, sondern eine erlebnisreiche Strecke sollte daher im Vordergrund stehen. Man sollte aber auch nicht unterschätzen, wie viele Attraktionen einfach so an jeder Strecke liegen: Eine Pferdeweide, eine Windmühle, Baumstämme zum Balancieren, Kletterfelsen oder eine Pfütze mit Kaulquappen und Lurchen reichen als Grund zum Anhalten in jedem Fall aus.

Touren für Radanfänger

Kleine Kinder, die zum ersten Mal selbst radeln, sollten nicht überfordert werden. Die Tourenlänge sollte daher individuell angepasst werden. Kurze Etappen, wenig Steigungen und möglichst autofreie Wege sind hier ausschlaggebend für die Planung. Eine gute Beschilderung ist wichtig, damit man nicht immer wieder zur Orientierung anhalten und die Geduld der Kleinen strapazieren muss. Diese Voraussetzungen sind an vielen Flussradwegen vor allem im flacheren Norden Deutschlands gegeben. Tipps und Anregungen fürs Radfahren an Flüssen gibt es für Deutschland und zum Beipiel speziell fürs Münsterland.

Schulkinder auf Abenteuertour

Ältere Kinder, die selbst radeln, langweilen sich schnell, wenn die sportliche Herausforderung oder das Abenteuer fehlen. Wer mit Schulkindern ab zehn Jahren unterwegs ist, sollte daher beispielsweise eher steigungsarme Abschnitte an Flussradwegen mit leichten Mittelgebirgsetappen kombinieren. Das Bezwingen von größeren Steigungen führt zwar hin und wieder zu Schimpfen und Trotzattacken. Im Nachhinein sind es aber diese Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben und auf die die Kinder besonders stolz sind. Um ein Gefühl für Entfernungen, Landschaften und die vielseitigen geographischen Gegebenheiten der heimatlichen Region zu bekommen, ist es besonders spannend, direkt von zu Hause aus loszuradeln und ein interessantes Ziel (das Meer, Oma und Opa, Freunde, Pferdehof oder ähnliches) anzusteuern. Der Überblick über alle Radfernwege in Deutschland hilft bei der Auswahl und Zielfindung.
Als Motivation oder als Belohnung fürs Durchhalten bieten sich bei größeren Kindern besondere Attraktionen wie Besuche bei Freunden oder Verwandten, Spaßbäder, Freizeitparks, eine Bergwerksbesichtigung, ein Besuch im Technikmuseum, eine Dinoausstellung oder ähnliche Highlights – je nach Interessensgebieten der Kinder – an. Wenn die Kinder einer Radtour eher skeptisch gegenüber stehen, hilft es auch, das Rad zunächst nur als Transportmittel zwischen den unterschiedlichen Attraktionen einzusetzen.

Unterkunft

Wer bei seiner Fahrradtour auf ausgeschilderten Fernradwegen bleibt, kann sich auf eine gute Infrastruktur, aussagekräftige Radtourenführer und damit auch auf ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten verlassen. Eine gute Unterkunftsrecherche ermöglicht die Service-Homepage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs www.bettundbike.de. Hier finden sich viele Übernachtungstipps in fahrradfreundlichen Hotels und Gasthöfen. 

Eine sehr günstige und kommunikative Art der Fahrradreise bietet das Beherbergungsnetzwerk ADFC-Dachgeber. Wer bereit ist, durchreisende Radfahrer bei sich zu Hause für eine Nacht aufzunehmen, kann auch bei allen anderen Teilnehmern des Netzwerks übernachten. Im Verzeichnis www.dachgeber.de haben sich bisher fast 3000 Gastgeber hauptsächlich in Deutschland eingetragen. 

Die bequeme Variante: Die meisten Tourismusbüros bieten auf den Fernradwegen ihrer Region Radtouren mit Gepäcktransport an. Sie buchen die Übernachtungsmöglichkeiten vor und sorgen dafür, dass die Koffer von Hotel zu Hotel transportiert werden.

Für den Fall, dass Unverhergesehenes, kleinere oder größere Stürze, nachhaltige Erschöpfungszustände eintreten, ist man an ausgeschilderten Routen grundsätzlich gut aufgehoben. Wer aber auf Nummer Sicherheit gehen möchte und ggf. das Geld für ein Taxi oder eine Alternativunterkunft nicht ausgeben kann und möchte, nimmt eine Campingausrüstung im Gepäck mit. Denn selbst wenn im Notfall kein Campingplatz in der Nähe ist, findet sich in der Regel ein netter Bauer, der das Zelten auf seiner Wiese erlaubt.

Radeln auf eigene Faust

Wer lieber auf eigene Faust abseits ausgeschilderter Radwege unterwegs sein möchte, sollte sich gut vorbereiten: Am besten ist es, eine touristisch gut erschlossene Region zu wählen. Dann sollte natürlich ausreichend Proviant bzw. "Motivationsnahrung" (Lieblingskekse, Schokoriegel u.ä.) im Gepäck sein, falls es zu unvorhergesehenen Zwischenfällen oder längeren Umwegen kommt. Selbst im dichtbesiedelten Deutschland kann es passieren, dass im Umkreis von 25 Kilometern kein Campingplatz, kein Hotel und keine Einkaufsmöglichkeit zu finden ist. Wer eine Campingausrüstung im Gepäck hat, ist immer auf der sicheren Seite, da das Zelt im Notfall auch mal auf einer öffentlichen Wiese oder bei netten Menschen im Garten aufgebaut werden kann.

RADschlag-Empfehlungen zu diesem Thema mit Bewertungsfunktion:

27.05.10

Übersicht Radroutenplaner (VCD)

Der VCD hat eine Auswahl von internetgestützten Radroutenplanern bezüglich ihrer Optionen und Nutzerfreundlichkeit bewertet.

Hier geht es zur Übersicht (pdf, 36 kb).

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19.05.10

Camping nicht nur für Anfänger (Metzger)

Ein Ratgeber, der das nötige Handwerkszeug zum Campen vermitteln kann. Er zeigt etwa, welche Zeltheringe für welchen Boden geeignet sind oder wie ein optimaler kleiner Lebensmittelvorrat für den Fall des Falles im Rucksack ausschauen könnte und viele andere nützliche Dinge mehr. 

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19.05.10

Wandern mit Kind: Zu Fuß, per Rad, mit Kanu (Micklitza)

Der Ratgeber möchte Eltern unterstützen, die ihre Kinder für Outdoor-Aktivitäten begeistern wollen. Angesprochen werden vor allem Eltern, die kaum "Wildnis"-Erfahrungen mit Kind(ern) besitzen. Die Autorin gibt Ratschläge für eine sinnvolle Ausrüstung, nützliche Hinweise für Touren zu Fuß, mit Fahrrad und Kanu und liefert viele Spielideen.

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19.05.10

Radwandern. Basiswissen für draußen (Bugdoll)

Ob eine Tagestour mit dem Hollandrad oder zwei Wochen Skandinavien per Bike, dieses Buch bietet Informationen zu Technik, Reisevorbereitungen, Planung und Durchführung, sodass einem erholsamen Urlaub ohne Motorisierung nichts mehr im Wege steht.

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