Lärm

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Lärm wird vor allem im Wohnumfeld als bedeutendste Umweltbeeinträchtigung empfunden. Das gilt besonders für den Verkehrslärm. Denn er stört nicht nur die Entspannung, er vermindert auch das Konzentrationsvermögen und die Leistungsfähigkeit. Bei dauerhafter Lärmeinwirkung werden häufiger Fehler gemacht, wodurch die Qualität der Arbeit abnimmt. Zwar ist unser Lärmempfinden sehr unterschiedlich ausgeprägt, doch Experten warnen davor, dass eine dauerhafte Lärmeinwirkung langfristig krank macht.

Ein für die Gesundheit verträglicher Geräuschpegel liegt bei 55 Dezibel(A). Auswirkungen auf die Gesundheit sind ab einem Tagesmittelwert von 65 dB(A) feststellbar und eine Dauerschallbelastung ab einer Lautstärke von 85 dB(A) reicht aus, um die feinen Hörzellen des Ohres dauerhaft zu zerstören. Zum Vergleich: In einer ruhigen Wohnstraße liegt die Lautstärke bei 40 dB(A), ein Pkw mit 50 km/h erreicht bereits einen Wert um 70 dB(A). Eine Studie des Umweltbundesamtes ergab, dass das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, bei Männern um etwa 30 Prozent steigt, falls sie längere Zeit in Gebieten mit hohem Verkehrslärm wohnen. Die Liste der Gesundheitsrisiken umfasst neben Gehörschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch Schlafstörungen und Depressionen.

Darüber hinaus hat Lärm auch eine soziale Komponente. Der Lärmpegel der Wohngegend beeinflusst den Mietpreis. So wird es vielerorts zu einer Frage des Geldes, ob man laut oder oder ruhig wohnen kann.

Verkehrslärm verursacht zudem wirtschaftliche Schäden. Es wurde berechnet, dass Straßenverkehrslärm in Deutschland im Jahr 2005 Kosten von über neun Milliarden Euro verursacht hat. Sie entstehen durch die Wertminderung von Häusern und Grundstücken, Produktionsausfällen durch Krankheit oder Lärmstress, erhöhte Arztkosten, Umsatzeinbußen im Tourismus und Schallschutzmaßnahmen.