Radfahren und Gesundheit

Radfahren ist gesund, weil es eine ideale Kombination aus optimalem Trainingseffekt und geringem Verletzungs- oder Schädigungsrisiko bietet. Beim Radfahren trägt man nicht sein eigenes Körpergewicht und Gelenkprobleme treten bei dieser Bewegungsform nur sehr selten auf. Ein Radfahrer sitzt „aktiv“ auf seinem Sattel und verbrennt dabei in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit Energie. Zudem radelt man durch die abwechslungsreiche Landschaft und erfährt so ein tolles Freilufterlebnis. Für den Radsport auf Rennrad und Mountainbike jedoch wird diese positive Bilanz ein wenig durch das erhöhte Sturzrisiko bei der Teilnahme an Radrennen getrübt.

Gewicht runter – Fitness rauf

Wer regelmäßig mit dem Rad trainiert, nimmt bei angepasster Ernährung langfristig, dauerhaft und gesund ab, denn der Stoffwechsel wird aktiviert und optimiert. Organe und andere Körpersysteme funktionieren bei regelmäßigem Training besser und arbeiten effizienter.

Joggen und Laufen sind bei übergewichtigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nicht im gewünschten und Erfolg bringenden Maß möglich. Mit dem Rad aber können auch diese Kinder und Jugendlichen etwas für ihre Gesundheit und Fitness tun, denn 60 bis 70 Prozent des Körpergewichts werden vom Rad getragen. Mithilfe des Rads ist auch eine Einbindung in eine Laufstunde möglich, indem sie die laufende Gruppe radelnd begleiten oder sich zu zweit mit einem Rad abwechseln. 

Radprofis allerdings haben oft den Drang, ihr Gewicht durch verminderte Nahrungsaufnahme in Trainingsphasen zu reduzieren, um im Rennen und am Berg konkurrenzfähig zu sein. Dieses Verhalten ist auch schon bei Jugendlichen weit verbreitet. Besonders jugendliche Fahrerinnen neigen zu dieser krankhaften Gewichtskontrolle bis hin zur Magersucht. Hier kommt es auf das Fingerspitzengefühl und die verständnisvolle Betreuung von erfahrenen Trainerinnen und Trainern an.

Starker Motor

Das Herz-Kreislauf-System erfährt durch das Radfahren einen kräftigen Trainingsreiz, der das Herz schon nach wenigen Jahren zum Wachstum anregt. Ein größeres, sogenanntes Sportlerherz ist dem normalen Herzen überlegen: In Ruhephasen kann es viel schonender schlagen und bei Belastung ist es aufgrund der erhöhten Blutförderleistung leistungsfähiger.

Beendet eine Sportlerin oder ein Sportler die „Radkarriere“, muss aus gesundheitlichen Gründen weiterhin für regelmäßige Belastungen gesorgt werden: Nur so wird dem Herz Gelegenheit gegeben, sich der verminderten Belastung anzupassen. Ein plötzlicher Trainingsstopp nach jahrelangem Training führt nicht nur häufig zu Herzproblemen, sondern auch zu einer beträchtlichen Gewichtszunahme. 

Koordination bei Training und Rennen

Die komplexen motorischen Anforderungen des Radfahrens schulen die Koordination und das Gleichgewicht und man erzielt positive Transfereffekte in andere Bewegungsformen hinein. Fährt man allerdings ausschließlich Rad – wie das leider oft praktiziert wird –, leidet darunter die Koordination in anderen Bewegungsfeldern deutlich.

Auch für die Koordination auf dem Rad ist eine gut ausgebildete und immer wieder aufs Neue geforderte, breit angelegte Koordination empfehlenswert. Besonders die technischen Disziplinen wie MTB und manche Bahndisziplinen erfordern höchste koordinative Fertigkeiten – spezifisch und unspezifisch. 

Erkältungen verhindern

Radfahren hat für jeden gesundheitliche Vorteile: Viele Studien haben bewiesen, dass körperliche Belastung und Erholung an der frischen Luft sowie das richtige Verhalten beim und nach dem Radfahren widerstandsfähiger gegenüber Infekten machen und generell die Leistungsfähigkeit des Immunsystems erhöhen.

Besonders Radprofis sind wahre Künstler im Gesundbleiben – und das, obwohl sie oft bei Regen, Wind und Kälte auf ihrem Rad sitzen. Nicht zuletzt durch das Beachten strenger Verhaltensregeln – wetterangepasste Kleidung, nach dem Training duschen, auch im Sommer eine Mütze tragen – schaffen sie es, gesund zu bleiben und Infektionen der Atemwege zu vermeiden.

RADschlag-Empfehlungen zu diesem Thema mit Bewertungsfunktion:

30.08.09

Cycling & Health - Kompendium gesundes Radfahren (Froböse)

Das erste Kapitel stellt die positiven Effekte des Radfahrens dar und beschreibt detailliert die Veränderungen an den Organen und im Körper. Im nächsten Kapitel wird beschrieben, wie man auch das Rad für sich individuell „fit“ machen kann. Der letzte Abschnitt beinhaltet, wie sich das Rad optimal nutzen lässt und wie man am Besten etwas für seine Gesundheit machen kann.

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