Pausenplanung

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Eine Radtour mit Kindern ist keine Fortsetzung des Alltags mit anderen Mitteln. Für viele Familien entsteht eine ganze neue Situation, in der Kinder und Eltern die Chance haben, sich und ihre Umwelt neu zu erleben und neue Erfahrungen zu machen. Ein Grundproblem vieler Kinder ist, dass sie durch Fernsehen, Computer, Handys, Playstation etc. keinen Leerlauf in ihrem Leben mehr gewohnt sind. Dabei geht ein gutes Stück Aufmerksamkeit für die Umwelt und für das "Unterhaltungspotenzial" gegebener Situationen verloren.

Eine Radtour ist eine Möglichkeit, dieses Potenzial wieder zu entdecken. Aufgrund des begrenzten Gepäcks sind kaum Spiele "an Bord" und elektronische Unterhaltungsmedien sind nicht greifbar. Für viele Kinder ist das erst einmal eine neue Situation. Die Aufgabe der Eltern besteht somit darin, das Kind geduldig an die Möglichkeiten der Situation heranzuführen. Eltern sollten aber nicht in die Rolle des "Unterhalters" schlüpfen, der ein Spielprogramm parat hat und so die Verantwortung dafür übernimmt, dass keine Langeweile aufkommt. Schließlich müssen Eltern auf der Strecke sehr aufmerksam und konzentriert sein und sich körperlich anstrengen, sodass auch sie eine Pause brauchen. Insofern sollten sich die Kinder auch allein beschäftigen können und den Eltern eine Pause gönnen.

Idee und Fragen, die zum Spielen anregen:

  • Was kann ich mit den vorhandenen Naturmaterialien machen? (Mini-Welt bauen, Wasserrad konstruieren, schnitzen, sammeln...)
  • Gibt es Tierspuren? Welche Tiere leben in der Umgebung?
  • Welche Geschichten könnten an diesem Ort passiert sein?
  • Wie haben Urzeitmenschen hier gelebt? (Feuerstelle bauen, Unterschlupf, wo gibt es Wasser...)

Etwas anders sieht es aus, wenn lang andauerndes Regenwetter die Familie zwingt, an einem trockenen Ort Unterschlupf zu suchen. Hier sind die Eltern schon eher als Unterhalter und Mitspieler gefragt. Dann bieten sich zum Beispiel die klassischen Schreib- oder  Rätselspiele an, von denen Eltern und Familien zumeist ihre eigenen Favoriten haben.

Zum Beispiel ....

  • Galgenmännchen
  • Stadt-Land-Fluss
  • Tic-tac-toe (drei Kreuzchen in einer Reihe)
  • Rätselraten mit Tieren, Ländern oder Teekesselchen mit Ja-/Nein-Fragen und Antworten
  • Ich sehe was, was du nicht siehst.
  • Witze erzählen
  • Geschichten erfinden (reihum wird die Fortsetzung erzählt)
  • Karten- oder Würfelspiele
  • Schach, Mühle, Mensch ärgere dich nicht o.ä. im Reiseformat

Wer in der Nähe einer Stadt ist, kann Regenphasen auch gut im Hallenbad, in der Stadtbücherei, im Museum oder an anderen warmen, tockenen Orten überbrücken.

Was im Reisegepäck eigentlich nie fehlen sollte, sind Bücher zum Lesen und Vorlesen für Regenpausen, Bahnfahrten oder lange Abende in der Unterkunft.