Motivationsideen

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Schulkinder haben weit mehr Ausdauer als Erwachsene. Wer versucht, einen Nachmittag beim Fussballspielen oder Seilchenspringen mitzuhalten, erlebt das eindrücklich. Wenn es auf dem Rad also nicht weiter geht, liegt es nicht immer nur an der Kraft, sondern sehr häufig auch am „Kopf“. 

Ein paar Tipps fürs Mentaltraining

Es kommt drauf an, wo es hingehen soll: „Wir fahren ans Meer!“ klingt für Kinder besser als „Wir machen in den Ferien eine Radtour.“ Wer unterwegs motivierte Kinder haben möchte, sollte von Anfang an darauf achten, mit welcher Wortwahl er das Projekt beim Nachwuchs anpreist.

Jeden Tag ein neuer Antrieb: Kinder denken in der Regeln ganz praktisch und realitätsbezogen. Wenn sie etwas aus eigenem Antrieb tun, muss es entweder Spaß machen oder einen für sie greifbaren Vorteil bringen. Der Vorteil bei einer Radtour kann zum Beispiel darin liegen, dass man an für Kinder (!) besonders attraktive Orte kommt. Badesee, Waldspielplatz, Klettergarten, Schiffshebewerk, Dinomuseum – alle Attraktionen unterwegs sollten daher vorher gut recherchiert sein und auf keinen Fall ausgelassen werden. Auch ein bisschen Bestechung als Motivationsunterstützung ist selbstverständlich erlaubt! Ein Eis im nächsten Ort, eine Belohnung für die kleinen Helden am Ziel der Reise oder ein allein von den Kindern bestimmter Ruhetag können kleine Nörgler besänftigen.

Die Übernachtung: Spannende Unterkünfte schaffen Vorfreude auf die nächste Übernachtung. Baumhäuser, Heuhotels, Yurten, Indianerzelte, Hausboote oder andere ungewöhnliche Unterkünfte sind ideal für die Motivation. Wildes Zelten ist in Deutschland und den meisten Nachbarländern fast ausnahmslos verboten. Wer aber mit dem Förster oder dem örtlichen Landbesitzer spricht, darf auch mal eine Nacht unter freiem Himmel schlafen.

Fahrradhandschuhe, Taschen und Trinkflasche: Wenn die Ausrüstung für die Tour zusammengestellt wird, ist wichtig, dass sich die Kinder an der Auswahl beteiligen dürfen. Coole Fahrradhandschuhe, eine witzige Trinkflasche, die eigenen Fahrradtaschen: Eine ganz persönliche Ausrüstung zu haben, gibt der Unternehmung Bedeutung und macht die Radtour zu einem besonderen Ereignis.

Schneller, höher, weiter: Leistung zu messen und zu vergleichen kann für manche Kinder ein wichtiger Antrieb sein. Daher sollten Kinder ab dem Schulalter einen Tacho am Rad haben, auf dem sie die Tagesleistung, Fahrzeiten und Durchschnittsgeschwindigkeit ermitteln können. Fürs „Angeben“ hinterher können die Tageswerte in ein Fahrtenbuch eingetragen werden. Wenn die Erwachsenen mithelfen, kann das Fahrtenbuch zuhause mit Fotos, Eintrittskarten, Kartenausschnitten etc. zu einem Urlaubstagebuch ausgeschmückt werden.

Anführer sein: Jedes Kind ist stolz darauf, wenn es die Familie anführen und mal eine Etappe vorne fahren darf. Wichtig: Jede/r muss mal die Chance bekommen, Anführer zu sein, die anderen müssen ihre Geschwindigkeit anpassen. Wenn die Leistungsunterschiede zu groß sind, kann man größere Gruppen in mehrere Teams aufteilen oder Jugendliche auf gut beschilderten Wegen schon mal allein vorausschicken (Treffpunkt vereinbaren, Handy und Karte mitgeben).

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Unterhaltung im Anhänger

Wer Kinder im Fahrradanhänger mitnimmt, sollte die Fahrtzeiten auf deren Schlafzeiten abstimmen, genügend Pausen zum Toben einrichten und die Etappenlänge dem Stillhaltevermögen der Kinder anpassen.

Da es aus dem Anhänger ständig etwas Neues zu sehen gibt, ist es erst einmal nicht so wichtig, für Ablenkung zu sorgen. Kommt doch Langeweile auf, helfen klare Absprachen oder zum Beispiel ein Spiel mit der Uhr gegen Dauernörgeln. Zum Beispiel: „Wir halten an, wenn der Zeiger ganz unten angekommen ist.“ Anders als beim Autofahren stehen die Erwachsenen während der Fahrt nicht als Animatoren und Mitspieler zur Verfügung. Spiele wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“ funktionieren daher nur, wenn zwei Kinder gemeinsam im Anhänger sitzen. Für Unterhaltung kann zum Beispiel ein Spieleköfferchen mit ein paar Lieblingsspielsachen sorgen. Ein Kuscheltier, Knabberzeug und Trinkflasche sollten immer im Anhänger sein. Außerdem je nach Vorlieben: Bilderbücher, MP3-Player mit Musik und Hörspielen, Malbuch, Knete... 

Wichtig ist es, die Pausenplätze so zu wählen, dass die Kinder sich gefahrlos austoben können. Wird nach zwei Stunden Fahrt ein Restaurant angesteuert, ist der ein oder andere Familienstreit vorprogrammiert. Besser ist eine Picknickpause an einem Ort, der sich zum Toben, Laufen und Spielen im Freien eignet. Ideal für Pausen sind Spielplätze bzw. Gartenrestaurants mit Spielbereich, Seen oder Bäche, Wildparks, Waldstücke oder ähnlich abwechslungsreiche Naturflächen.

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