Einbahnstraßen, echte und unechte

Zeichen 220
Zeichen 1022-10
Zeichen 1000-33
Zeichen 267
Zeichen 260

Echte Einbahnstraßen, die durch das Einbahnstraßenschild kenntlich gemacht sind, dürfen von allen Verkehrsteilnehmern nur in der vorgeschriebenen Fahrtrichtung benutzt werden. Das gilt auch, wenn ein Radweg vorhanden ist, der nicht in die Gegenrichtung freigegeben ist. Radfahrer, die in die Gegenrichtung fahren wollen, müssen auf dem Gehweg schieben. Um Radverkehr in beide Richtungen zuzulassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Die eine ist, die Einbahnstraße durch das Zusatzschild (Z. 1022-10, Radfahrer frei) zu kennzeichnen. Diese Möglichkeit ergibt sich aus § 41 Abs. 2 S.5 StVO, wonach alle Vorschriftszeichen durch allgemeine Beschränkungen der Gebote oder Verbote oder allgemeine Ausnahmen von ihnen in ihrem Wirkungsbereich verändert werden.

Bis zum 31. August 2009 konnte der Fahrradverkehr in Gegenrichtung durch das Zeichen 1000-33 als Zusatzzeichen zum Zeichen 220 zugelassen werden. Das Zeichen 1000-33 bleibt allerdings bis zum 31. Dezember 2012 gültig.

Eine weitere Möglichkeit ist der Bau eines eigenen Radweges oder –streifens mit baulicher Gestaltung oder Markierung, für den bei entsprechender Beschilderung das Einbahnstraßenschild nicht gilt. Die dritte Variante ist die Ausweisung von „unechten Einbahnstraßen“ ohne Einbahnstraßenschild, aber mit dem Zeichen 267 (Verbot der Einfahrt) und dem Zusatzzeichen 1022-10 (Radfahrer frei) oder mit Zeichen 260 (Verbot für Krafträder, Kraftwagen und sonstige mehrspurige Kraftfahrzeuge) am Ende der Straße. In einer solchen Straße muss der Kraftfahrer mit Gegenverkehr rechnen.