Verband

Fahren in der Gruppe erfordert ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit, Disziplin und Rücksichtnahme. Bei einer Gruppe bis zu 15 Personen muss hintereinander gefahren werden. Ist ein Radweg vorhanden und mit den Zeichen 237, 240 oder 241 gekennzeichnet, so muss dieser benutzt werden. Vor dem Start sollte eine Führungsperson bestimmt werden, welche sich gegebenenfalls durch das Tragen einer Warnweste von der Gruppe abhebt.

Eine Gruppe von mehr als 15 Radfahrern darf einen geschlossenen Verband im Sinne von § 27 StVO bilden. Ein geschlossener Verband ist eine geordnete, einheitlich geführte und als Ganzes erkennbare Personen- oder Fahrzeugmehrheit. Maßgebend ist eine einheitliche Führung, geschlossene Bewegung und Fahren mit vorgeschriebenem Abstand.

Ein geschlossener Verband ist als ein Verkehrsteilnehmer anzusehen. Fahren somit die ersten Fahrzeuge berechtigter Weise in eine ampelgeregelte Kreuzung bei grüner Ampel ein und schaltet diese auf rot, dürfen die weiteren Fahrzeuge die Kreuzung befahren, ohne Halte- oder Wartepflichten einzuhalten. Es darf allerdings nicht blind den Vorausfahrenden gefolgt werden, das Verbandsrecht darf nicht erzwungen werden.

Radfahrer dürfen im Verband auch zu zweit nebeneinanderfahren, auf der Fahrbahn auch dann, wenn ein Radweg vorhanden ist. Wird der Radweg benutzt, gelten die Radfahrer als Einzelpersonen. Die Fahrzeuge müssen in einem so geringen Abstand zueinanderfahren, dass der erforderliche Sicherheitsabstand gerade erreicht oder nur geringfügig überschritten wird.

Geschlossene Verbände dürfen durch den übrigen Fahrverkehr nicht unterbrochen werden. Sie dürfen nur in den freigelassenen Zwischenräumen passiert werden.

Allerdings ist das Fahren im geschlossenen Verband nur dort gestattet, wo der übrige Verkehr nicht behindert wird. Nötigenfalls muss der Verband in einer Reihe fahren. Das Fahren als geschlossener Verband ist grundsätzlich nicht als übermäßige Straßenbenutzung anzusehen, sodass eine behördliche Genehmigung nicht erforderlich ist.

Der Verbandsführende ist als Aufsichtsführender für die Beachtung sämtlicher Regeln verantwortlich. Seine Hilfspersonen hat er nach Zuverlässigkeit auszuwählen und zu überwachen.